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letzte Aktualisierung: 10.07.2020 04:45
  • Warum Hernández Julius Cäsar auf dem Arm hat

    Bayerns Rekordneuzugang Lucas Hernández hat auf dem YouTube-Channel der Münchner sein erstes Interview auf Deutsch gegeben. 

    "Wir haben gut gefeiert" verriet der 24-Jährige nach dem Double-Gewinn der Münchener. 

    Bei Hansi Flick nicht erste Wahl

    Dennoch durchlebt der Franzose keine leichte Einstiegssaison in der bayerischen Landeshauptstadt. Weder in der Innenverteidigung noch als Linksverteidiger war der Weltmeister nach dem Liga-Restart erste Wahl von Coach Hansi Flick. Nach einem Innenbandriss im Sprunggelenk verpasste er zudem einen Großteil der Vorrunde. 

    Ein Plus, mit dem er sich im Bayern-Kader anbieten könnte, ist seine Vielseitigkeit. Zwei Positionen bekleiden zu können, sieht Hernández "definitiv als Vorteil" im modernen Fußball an. "Heute musst du als Spieler flexibel sein. Das ist Voraussetzung, um bei einem Top-Klub spielen zu können", erklärt der ältere Bruder von Milan-Star Theo Hernández. 

    Bundesliga körperlicher als spanische Liga

    Der 80-Millionen-Mann, der im Sommer von Atlético Madrid kam, merkt zwischen der spanischen La Liga und der Bundesliga besonders einen physischen Unterschied. "Die Bundesliga ist definitiv eine der drei besten Ligen der Welt. Es ist eine sehr physische Liga. Viel körperlicher, als in Spanien. Das spiel ist intensiver und schneller. In Spanien spielt man dafür technischer."

    Der französische Nationalspieler wird in seinen Spielen von zwei Kriegern begleitet: Denn seinen tätowierten rechten Arm schmücken unter anderem Abbildungen von Achilles und Julius Cäsar. "Ich bin ein kleiner Krieger auf dem Platz", erklärt er den Grund für die ungewöhnlichen Abbildungen.

    Während die "Krieger" den Unterarm verziehen, ließ sich Hernández die Namen seiner Familie und einen Schutzengel auf seinem Oberarm verewigen.

  • Henrichs' Appell: "Ich weiß, was für ein scheiß Gefühl das ist"

    Seit Mittwochabend steht es fest: Nationalspieler Benjamin Henrichs kehrt von AS Monaco zurück in die Bundesliga und trägt künftig das Trikot von RB Leipzig.

    In den vergangenen Monaten engagierte sich der 24-Jährige aktiv im Kampf gegen Rassismus.

    Kurz vor der Bekanntgabe seines Wechsels nach Leipzig sprach Henrichs mit SPORT1 über eigene Negativerfahrungen, Rassismus im Fußball und sein persönliches Engagement.

    SPORT1: Sie bringen sich sehr stark in der Black-Lives-Matter-Bewegung ein, waren auch auf einer Demonstration in Düsseldorf. Warum zeigen Sie dort Ihr Gesicht, woher kommt dieser Antrieb? 

    Benjamin Henrichs: Ich möchte zeigen, dass ich wirklich dafür einstehe. Ich habe auch Rassismus erlebt. Ich weiß, was für ein scheiß Gefühl das ist. Du wirst erniedrigt für die Art und Weise, wie du aussiehst. Ich bin Fußballprofi und komme wahrscheinlich weniger häufig in solche Situationen. Aber ich wollte zeigen, dass ich trotzdem auf die Straße gehe und für Gleichberechtigung kämpfe. Dass ich dafür kämpfe, dass schwarze Leben auch zählen. Man fordert nicht, dass sie mehr zählen, dass sie mehr wert sind, sondern nur, dass sie zählen. Dafür gehe ich auf die Straße und erhebe meine Stimme.

    SPORT1: Sie sprachen davon, selbst Rassismus erlebt zu haben. In welcher Form? 

    Henrichs: Als ich noch in Köln gewohnt habe, war ich mit meinen Freunden auf dem Spielplatz, als eine Gruppe älterer Jungs ankam. Sie schrien aus 100 Metern Entfernung: "Du N****, geh zurück in dein Land." Ich war jung, ich war klein, ich war hilflos. Heute bin ich in einem Alter, in dem ich sage: Egal wann und wo ich Rassismus erlebe, gehe ich dazwischen.  

    Henrichs berichtet von Rassismuserfahrungen

    SPORT1: Wann mussten Sie zuletzt eingreifen? 

    Henrichs: Erst vor ein paar Tagen habe ich das in Monaco erlebt. Ich bin mit einer Gruppe von Deutschen ins Gespräch gekommen. Während des Gesprächs hat einer der Jungs von einem anderen verlangt, dass er ihm irgendwas rübergibt. Der hat sich dann auf die Stirn getippt und meinte nur: "Steht hier N**** drauf, oder was?" Ich habe ihn natürlich direkt angesprochen, was der Mist soll. Er hat sich tausend Mal bei mir entschuldigt und gesagt, dass es ihm leid tut. Aber da sage ich dann ganz klar: "Es reicht mir. Das ist kein Scherz, wach endlich auf!"

    SPORT1: Ihr Vater ist Deutscher, Ihre Mutter kommt aus Ghana. Konnten sie Sie auf solche Vorfälle vorbereiten, ist das schon als Kind ein Thema? 

    Henrichs: Ganz extrem war das bei meiner Mutter, als sie versucht hat, in Deutschland Arbeit zu finden. Sie musste immer wieder Rückschläge und Kritik hinnehmen, einfach aufgrund der Tatsache, dass sie schwarz ist. Ich habe das als kleiner Junge noch nicht richtig verstanden, aber mitbekommen, wie meine Mutter zuhause sitzt und leidet. Meine Schwester und ich sind jetzt aber in einem Alter, in dem wir dazwischengehen und sagen, dass so etwas nicht geht. 

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    SPORT1: Wie wichtig ist es, das Thema eben auch deutlich anzusprechen? 

    Henrichs: Es reicht nicht aus, zu sagen, man sei kein Rassist. Man muss Anti-Rassist sein. Wenn man Beleidigungen dieser Art mitbekommt, muss man dazwischen gehen. Wenn jemand beispielsweise im Bus rassistisch beleidigt wird, und alle anderen Fahrgäste gucken einfach nur hin und sagen nichts, dann fühlt sich derjenige wahrscheinlich sogar noch bestätigt und denkt: "Es sagt keiner was dagegen, die haben alle dieselbe Meinung wie ich." Dadurch werden Rassisten bestärkt und ihre Meinung steigert sich sogar noch mehr in das Extreme. Wenn niemand sich dagegenstemmt, wird das eine noch negativere Entwicklung nehmen, als es jetzt schon der Fall ist. 

    SPORT1: Wo beginnt für Sie Rassismus? 

    Henrichs: Rassismus gibt es nicht nur gegen Schwarze. Das beginnt bei mir generell, wenn sich jemand aufgrund der Hautfarbe, Herkunft oder Religion über einen anderen Menschen stellt. Er sieht sich als wertvoller an, weil er aus seiner Sicht normal ist und jemand mit einem Kopftuch, einer anderen Hautfarbe oder einer anderen Kultur nicht. 

    SPORT1: Müssten sich in der Bundesliga und allgemein im Profifußball nicht auch viel mehr weiße Spieler aktiv gegen Rassismus einsetzen? 

    Henrichs: Das ist das, was ich meine, wenn ich sage: Man muss Anti-Rassist sein. Auf der Demo in Düsseldorf habe ich wirklich jede Hautfarbe und Nation gesehen. Und alle haben für das Gleiche gekämpft. Alle sind dafür auf die Straße gegangen. Auf den Fußball oder auch die Bundesliga bezogen: Jeder Spieler, der im Sinne von George Floyd und der Black-Lives-Matter-Bewegung gejubelt hat, hat volle Unterstützung von seinen Mannschaftskollegen und den Klubs bekommen. Alle standen dahinter. Bei Gladbach habe ich beispielsweise ein Statement gesehen, auch bei Mainz. Dass dort ein Vereinsmitglied rausgeschmissen wurde, das sich über zu viele schwarze Spieler auf dem Feld beschwert hat, war vorbildlich. Davon braucht man mehr. 

    "Man muss immer wieder einen Reminder setzen"

    SPORT1: Wie kann man verhindern, dass das Thema wieder einschläft, weil es von anderen Dingen überlagert wird? 

    Henrichs: Man muss immer wieder einen Reminder setzen. Das Thema Rassismus ist nicht von heute auf morgen weg, nur weil es jetzt schon ein paar Wochen länger her ist, dass George Floyd gestorben ist, und plötzlich Gras über die Thematik gewachsen ist. Rassismus ist ein alltägliches tiefes Problem, täglich gibt es Opfer. Man kann gar nicht genug darauf aufmerksam machen. Für Leute, die das noch nie erfahren haben, ist das schwer einzuschätzen. Aber ich kann sagen, jeder der Rassismus erfahren hat, ist müde, enttäuscht, sauer und hat keinen Bock mehr darauf. Man muss diejenigen, die Rassismus erlebt haben, versuchen zu verstehen und ihnen zur Seite stehen.   

    SPORT1: Gibt es eine Diskrepanz zwischen dem gefeierten Fußballer und dem dunkelhäutigen Menschen, den man nicht kennt? 

    Henrichs: Ich glaube schon, dass ich als Fußballer da in einer besseren Position bin als der vermeintliche Normalbürger. Bei mir ist es eher so, dass ich erkannt und auf ein Foto angesprochen als rassistisch angegangen werde. Freunde im Stadion erzählen mir aber manchmal, was Fans auf der Tribüne so schreien. Natürlich ist die Mehrheit der Bevölkerung friedlich und nicht rassistisch eingestellt. Aber es gibt einige Idioten, die genau das eben nicht sind - und die muss man auf die andere Seite holen. Man muss versuchen, ihnen klar zu machen, dass rassistische Äußerungen oder Angriffe einfach keinen Platz in der Gesellschaft haben. Ich bin auch ein gläubiger Mensch. Hinsichtlich dieses Themas habe ich sehr viel gebetet. 

    Henrichs: "Rassismus lebt"

    SPORT1: Welche Rückmeldungen bekommen Sie dafür, wie Sie sich einbringen?

    Henrichs: Ich bekomme viele Nachrichten von Leuten, die sich freuen, wenn eine Person, die in der Öffentlichkeit steht, quasi für die anderen spricht. Ich habe auch eine Anfrage bekommen, ob ich auf einer Demo sprechen will. Ich mache das gerne und möchte zeigen, dass es wichtig ist, dass sich auch vermeintlich bekanntere Menschen mit ihrer Reichweite einbringen. Ich stehe genauso da drin wie alle anderen und kämpfe für das Gleiche. Es gibt natürlich auch negative Rückmeldungen oder sogar Anfeindungen. Es gibt Leute, die sagen: "Es reicht jetzt, wir haben es verstanden." Aber es reicht nicht, denn Rassismus lebt. Und wenn jemandem nicht gefällt, was ich poste, ist das für mich kein Problem, wenn derjenige mir entfolgt. Das Thema darf einfach nicht einschlafen. 

    SPORT1: Gegen Rassismus aktiv einzuschreiten kann auch gefährlich werden.

    Henrichs: Ja, natürlich kann es gefährlich werden. Man kann aber immer die Polizei rufen oder andere Leute ansprechen und dann zusammen einschreiten. Du musst dir überlegen: Wenn du schon Angst hast, dazwischenzugehen, wie muss sich dann erst derjenige fühlen, der rassistisch angegangen wird. Vielleicht ist das ein kleiner Denkanstoß.

    SPORT1: George Floyd ist Ende Mai getötet worden. Ist die Sensibilität Anfang Juli noch dieselbe? 

    Henrichs: Ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass das Thema viel offener angesprochen wird, dass viel mehr Leute für Gleichberechtigung kämpfen. Als ich das Video von George Floyd gesehen habe, habe ich mich einfach nur hilflos gefühlt. Ich sehe es mehrere Minuten und kann einfach nichts machen. Ein Mann kämpft und weint um sein Leben, kann nicht atmen, und mit jeder Minute wirst du trauriger und wütender. Als ich auf der Demo war, habe ich dann das erste Mal so richtig gespürt, dass Weiße und Schwarze zusammengekommen sind und für das Gleiche gekämpft haben. Das war das erste Mal, dass ich gemerkt habe: Man kann wirklich einiges erreichen, wenn man sich zusammentut! Dieser Zusammenhalt ist jetzt das Wichtigste.

  • Saison-Awards: Bayern räumt ab - aber Müller fehlt

    Bayern Münchens Torjäger Robert Lewandowski ist von seinen Profikollegen zum Spieler der Saison in der Fußball-Bundesliga gewählt worden.

    Wie die Spielergewerkschaft VDV am Donnerstag mitteilte, erhielt der Torschützenkönig der abgelaufenen Spielzeit (34 Treffer) insgesamt 40,2 Prozent der Stimmen und holte sich damit zum vierten Mal nach 2013, 2017 und 2018 den "Silbernen Schuh". Jadon Sancho (13,9 Prozent) von Borussia Dortmund wurde Zweiter, Lewandowskis Teamkollege Joshua Kimmich (7,2) belegte bei der VDV-Wahl den dritten Platz.

    Bayern-Trainer Hansi Flick wurde mit 58,2 Prozent der Stimmen überlegen zum VDV-Trainer der Saison gekürt und verwies Christian Streich (SC Freiburg/11,3) und Marco Rose (Borussia Mönchengladbach/6,2) auf die Plätze.

    Den "Silbernen Pfeil" für den besten Newcomer der Saison erhielt in Linksverteidiger Alphonso Davies (45,9) ebenfalls ein Münchner. Der Kanadier setzte sich gegen Erling Haaland vom BVB (13,9) und Leverkusens Offensivtalent Florian Wirtz (8,2) durch.

    Wahlberechtigt waren unter anderem alle Spieler der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga sowie den Regionalligen.

    In die Elf der Saison schafften es neben Lewandowski, Kimmich und Sancho auch Davies, David Alaba, Mats Hummels, Manuel Neuer, Achraf Hakimi, Timo Werner und Kai Havertz.

    Hummels stach damit unter anderem Ex-Kollege Jérôme Boateng aus, der sich bei Bayern eindrucksvoll zurückgemeldet hat.

    Auffällig auch: Rekord-Assistgeber Thomas Müller fehlt ebenso wie ein Profi des Viertplatzierten Gladbach. Vom Tabellendritten Leipzig ist immerhin Werner dabei.

  • Kohfeldt-Entscheidung bei Werder gefallen!

    Die drängendste Frage nach dem Klassenerhalt von Werder Bremen lautete: Wie geht es mit Trainer Florian Kohfeldt weiter?

    Nach SPORT1-Informationen ist nun die Entscheidung gefallen: Kohfeldt bleibt in Bremen!

    Seit Dienstag laufen die Gespräche zwischen beiden Parteien, am Freitag will der Verein diese Entscheidung bekanntgeben.

    Hoffenheim geht bei Kohfeldt leer aus

    Wie SPORT1 weiß, hatten auch die Verantwortlichen der TSG Hoffenheim gesteigertes Interesse daran, Kohfeldt als Nachfolger des entlassenen Alfred Schreuder in den Kraichgau zu holen. 

    Doch nun muss sich Hoffenheim anderweitig umschauen.

    Vertraglich war die Sache ohnehin klar, Kohfeldt hat an der Weser noch einen gültiges Arbeitspapier bis 2023.

    Baumann sprach sich für Kohfeldt aus

    Die Bremer Verantwortlichen hatten ohnehin keinen Hehl daraus gemacht, mit Kohfeldt weitermachen zu wollen.

    "Wir haben Florian immer das Vertrauen ausgesprochen und das auch in schwierigen Phasen öffentlich dokumentiert. Fast alle haben uns gesagt, wir werden das so nicht schaffen, wir brauchen einen neuen Impuls, einen neuen Trainer", sagte Geschäftsführer Sport Frank Baumann am Montag.

    Doch Kohfeldt habe "gezeigt, dass er auch solche Situationen meistern kann." Deswegen sei er der festen Überzeugung, dass dieser weiter Lust verspürt "den Weg weiterzugehen. Florian hat genug Kraft und Power, um das auch in der neuen Saison mit aller Überzeugung und Energie anzugehen."

  • "Russisch Roulette": Sörgel warnt vor Fan-Rückkehr

    Der Pharmakologe Fritz Sörgel sieht in der viel diskutierten Rückkehr von Zuschauern in die Fußball-Stadien ein großes Risiko, sofern diese ohne wissenschaftliche Grundlage erfolgen sollte.

    Das wäre "unverantwortlich", schrieb Sörgel in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, vergleichbar mit "Russisch Roulette".

    Er fordert deshalb im Vorfeld Untersuchungen in den Stadien mit gesunden Menschen, die Aufschluss über die mögliche Verbreitung des Coronavirus geben sollen. "So wie es für jedes Stadion ein Logbuch gibt, in dem alle Aspekte wie Sicherheit, Katastrophen- und Brandschutz niedergelegt sind, so muss eine Art 'Tröpfchen- und Aerosolplan' entstehen", so Sörgel. 

    Sörgel: Zehn Prozent Auslastung "machbare Startzahl"

    In den vergangenen Tagen hatte die Debatte um die Rückkehr der Fans vor allem wegen der Entwicklungen in Sachsen neuen Schwung erhalten. RB Leipzig hatte für ein erarbeitetes Hygienekonzept Grünes Licht vom zuständigen Gesundheitsamt erhalten, die Landesregierung stellte zudem Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ab dem 1. September in Aussicht.

    Für Sörgel ist wichtig, dass bei der angestrebten Zahl an Zuschauern nicht zu hoch gegriffen und die Entwicklung der Pandemie richtig interpretiert wird.

    "Es ist zu hoffen, dass die DFL nicht der Versuchung unterliegt, geringe Infektionsraten als Einladung zu nehmen, der Politik das schnelle Hochfahren der Zuschauerzahlen einzureden", schrieb Sörgel, der eine Auslastung der Stadionkapazität von zehn Prozent als "machbare Startzahl" betrachtet.

  • Thiago-Erbe: Eigengewächs oder große Lösung?

    Javi Martínez, der langjährige Pfeiler: wird offenbar gehen.

    Thiago Alcántara: wohl ebenso.

    Kai Havertz: wird doch (noch?) nicht kommen.

    Beim FC Bayern München könnte in diesem Sommer eine unerwartet große Leerstelle im zentralen Mittelfeld entstehen, dem Herz des Systems von Trainer Hansi Flick.

    Der Rekordmeister will sie nach SPORT1-Informationen noch füllen und einen Transfer einfädeln, um den Konkurrenzdruck auf das aktuelle Stamm-Duo Joshua Kimmich und Leon Goretzka hochzuhalten. Womöglich aber nutzt auch ein Talent die unerwartet große Chance, in der kommenden Saison auf sich aufmerksam zu machen.

    SPORT1 blickt auf die Kandidaten, die das Erbe von Thiago und Martínez unter sich aufteilen könnten - intern und extern.

    Potenzielle Transfers:

    Ismael Bennacer:

    Wäre eine große Lösung fürs Thiago-Erbe: Der 22 Jahre alte Algerier in Diensten des AC Mailand ist ein ähnlicher Spielertyp wie der Spanier - und soll vielleicht auch deshalb auch schon das Interesse von Thiagos altem Lehrmeister Pep Guardiola bei Manchester City auf sich gezogen haben.

    Nicht zuletzt deshalb müssten die Bayern sich finanziell strecken, wenn sie Bennacer haben wollen. Die Rossonieri sollen 50 Millionen Euro für den 1,75 Meter großen Linksfuß verlangen, den sie selbst erst vor einem Jahr für 16 Millionen vom FC Empoli verpflichtet und bis 2024 gebunden haben.

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    Donny van de Beek:

    Der niederländische Nationalspieler war Stammkraft bei der berauschenden Champions-League-Saison von Ajax Amsterdam 2019, ein sich seit längerem anbahnender Transfer zu Real Madrid droht in den Corona-Wirren zu platzen.

    Für Bayern wäre der variable Rechtsfuß eine interessante Option, auch für die Offensive. Der ehemalige HSV-Star Rafael van der Vaart hat dem 1,84-Meter-Mann (Vertrag bis 2022) soeben auch einen Wechsel zu den Bayern oder Borussia Dortmund empfohlen.

    Denis Zakaria:

    Der 23 Jahre alte Schweizer entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Leistungsträger bei Borussia Mönchengladbach, einen in der Bundesliga etablierten Spieler eines stärkeren Konkurrenten wegzukaufen, wäre auch ein nicht untypischer Bayern-Schachzug.

    Der 1,90-Meter-Mann wäre eine robuste Alternative zu Goretzka, allerdings war er zuletzt am Knie verletzt. Nach SPORT1-Informationen will er eigentlich auch noch mindestens eine Saison in Gladbach bleiben und müsste umgestimmt werden. 

    Zudem sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl am Mittwoch, dass Zakaria in der kommenden Saison weiter für die Fohlen an den Start gehen werde.

    Edouardo Camavinga:

    Der erst 17 Jahre alte U21-Nationalspieler aus Frankreich hat die Ligue 1 im Sturm erobert, auch Paris Saint-Germain und Trainer Thomas Tuchel bekamen seine Qualitäten schon zu spüren. Könnte schon im Sommer den nächsten Schritt gehen.

    Camavinga soll auf dem Zettel zahlreicher Großklubs stehen, neben Bayern werden auch Real Madrid und der BVB als potenzielle Abnehmer gehandelt.

    Das Problem: Die Ablösesumme für das Juwel (Vertrag bis 2022) könnte schon in einem ähnlichen Bereich wie bei Bennacer liegen. Und da Camavinga mit Rennes die Champions League erreicht hat, könnte er auch zu dem Schluss kommen, dass die kurzfristige Entwicklungsperspektive auch ohne einen frühen Wechsel gegeben ist.

    Interne Kandidaten:

    Tanguy Nianzou:

    Den französischen U18-Nationalspieler hat Bayern bereits verpflichtet, bei PSG setzte Tuchel den 1,87-Meter-Mann in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld ein - der vielseitige Teenager besetzt also dieselbe Nische wie Martínez. Wie lange er braucht, um sich in der Bundesliga zurechtzufinden, muss sich zeigen. Nianzou wird im Kampf um Einsatzzeiten aber in jedem Fall mitreden.

    Michael Cuisance:

    Die nahe Zukunft des 20 Jahre alten Ex-Gladbachers ist noch in der Schwebe: Lässt er sich in die französische Heimat ausleihen, um Spielpraxis zu sammeln? Oder sieht er die aktuelle Entwicklung als Chance, sich bei Bayern durchzubeißen?

    Nach SPORT1-Informationen würde Flick den Youngster jedenfalls gern im Kader belassen, er glaubt an sein Potenzial.

    Corentin Tolisso:

    Der 41,5-Millionen-Euro-Transfer ist der Bürde seiner hohen Ablöse in seinen drei Bayern-Jahren nicht ganz gerecht geworden, eine Knöchel-OP warf ihn zuletzt wieder zurück.

    Schon vorher hatte er aber einen schweren Stand, sowohl unter Niko Kovac als auch unter Hansi Flick fehlte er mehrmals im Kader, auch wenn er fit war. Könnte verkauft werden, wenn ein Angebot kommt, mit dem Bayern leben kann - bleibt er, wird er es weiter schwer haben: Die Transferpläne der Bayern sind kein Vertrauensbeweis.

    Adrian Fein:

    Der U21-Nationalspieler wurde in den vergangenen beiden Jahren erst an Jahn Regensburg, dann an den HSV verliehen. In Hamburg war er Stammkraft und spielte eine überzeugende Hinrunde, ging in der zweiten Saisonhälfte aber mit dem Team unter.

    Ob Fein (Vertrag bis 2023) aus dieser zwiespältigen Position heraus nun das Bayern-Mittelfeld aufmischen wird, ist fraglich, ein weiterer Leih-Deal nicht ausgeschlossen. Im SPORT1-Gespräch im Frühjahr hatte sich Fein alle Optionen offen gehalten.

    Angelo Stiller:

    Das 19 Jahre alte Eigengewächs war in diesem Jahr der Senkrechtstarter des FC Bayern II: Rückte im Winter dauerhaft von der U19 in das Drittliga-Team auf, eroberte sofort den Stammplatz im defensiven Mittelfeld und beeindruckte mit seiner spielerischen Reife, auch in der UEFA Youth League tat er sich schon hervor.

    Angeblich hat der FC Arsenal schon Interesse, ihn den Bayern wegzukaufen, diverse Erst- und Zweitligaklubs sollen wegen einer Leihe angeklopft haben. Stiller scheint den "kleinen" Bayern schon entwachsen zu sein - reicht es vielleicht sogar schon für einen Angriff bei den Großen?

  • Kritik an Bayern! Hoffenheim legt nach

    Trotz Corona-Einbußen von etwa fünf Prozent hat Bundesligist TSG Hoffenheim die zurückliegende Spielzeit mit einem Rekordumsatz abgeschlossen.

    "Wir werden die 200-Millionen-Euro-Umsatzschwelle überschreiten, natürlich getrieben durch die hohen Transfererlöse von mehr als 110 Millionen Euro im Sommer vorigen Jahres", sagte TSG-Finanzchef Frank Briel. In der Saison 2018/19 hatte der Umsatz bei 161,7 Millionen Euro gelegen.

    Für die nächsten zwei Jahre rechnet Briel, zumindest was die Medienerlöse angeht, mit Mindereinnahmen im zweistelligen Millionenbereich.

    "In Summe werden wir 21 Millionen Euro mit hoher Wahrscheinlichkeit an Medienerlösen nicht realisieren. Dies zu beklagen, wäre Jammern auf hohem Niveau", sagte Briel.

    Hoffenheim kritisiert Bayern

    Mit Blick auf die Talente-Entwicklung in der TSG-Akademie kritisierte Briel das Vorgehen des FC Bayern München.

    Der Rekordmeister hatte zuletzt zwei Nachwuchstalente der Kraichgauer verpflichtet, darunter Ausnahmetalent Armindo Sieb (17). Als "cleveren" Zug "in unternehmensstrategischer Sicht" bezeichnete das Briel. Aber: "Es ist auch unter Solidaritätsaspekten zumindest diskussionswürdig, dass der FC Bayern mit einer dreiviertel Milliarde Euro Umsatz nun das Geschäftsfeld der Talent-Abwerbung derart aktiv betreibt."

    Briel weiter: "Uns tut das schon weh, denn dafür machen wir den Job in der Akademie.“

    Der Ablauf des Wechsels hatte die Hoffenheimer bereits in Rage gebracht.

    "Wir finden es in diesem Zusammenhang irritierend, dass der Spieler ohne Abstimmung mit uns vom FC Bayern zu einer medizinischen Untersuchung nach München bestellt wurde", sagte Sportdirektor Alexander Rosen im April bei SPORT1: "Vor dem Hintergrund der aktuellen Coronakrise mit all ihren Einschränkungen und Herausforderungen fehlen mir für so ein Verhalten die Worte."

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  • Schiri-Boss plädiert für Referee-Revolution in Deutschland

    Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich wünscht sich nach dem Ende der Coronakrise eine dauerhafte Aufhebung der sogenannten Landesverbandsneutralität.

    Diese besagt, dass Schiedsrichter keine Spiele von Klubs pfeifen dürfen, die demselben Landesverband angehören wie sie selbst. 

    "Wir sind (...) der Auffassung, dass diese Regelung eigentlich nicht mehr den Ansprüchen höchster Professionalität genügt. Nur der eigene Wohnort sollte hier bei den Ansetzungen außen vor bleiben", sagte Fröhlich dem kicker. Die Schiedsrichter würden es daher "sehr begrüßen, wenn das DFB-Präsidium die Landesverbandsneutralität aufhebt".

    Fröhlich zieht positives Saison-Fazit

    Um seinem Personal längere Reisen zu ersparen und bei positiven Tests schnell umbesetzen zu können, hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor dem Bundesliga-Restart die Aussetzung der Landesverbandsneutralität verfügt. Somit konnte beispielsweise FIFA-Schiedsrichter Felix Brych aus München auch in Bayern pfeifen, nicht jedoch in seiner Heimatstadt ein Spiel des Rekordmeisters FC Bayern.

    Insgesamt zog Fröhlich ein positives Fazit der Saison, gleichwohl erwartet er zukünftig weiterhin kontroverse Diskussionen über das Thema Handspiel. Die Regel und deren Auslegung bleibe "komplex": "Nach wie vor geht es auch um die Bewertung von Bewegungsabläufen und um Interpretationen", sagte Fröhlich.

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